Presse

Rock aus Opas Stube

Rotenburger Rundschau      12.02.2019     Foto: Elke Keppler-Rosenau

Quelkhorn. Wie Rocker sehen sie nicht aus, die Musiker der Kirchlintelner Band „Opas Stube“ und auch ihr Name fällt ein bisschen aus dem Rahmen. Stehen sie dann aber auf der Bühne, wie jüngst im Quelkhorner Bergwerk, lassen sie es krachen. Noch schnell ein Bier an der Bar, den Soundcheck macht der Veranstalter im Vorfeld, ein kleiner Plausch mit Leuten aus dem Publikum, dann geht es direkt los.

Kräftige Bässe, ein wirbelndes Schlagzeug und ein Mann am E-Piano, der im bürgerlichen Leben täglich als Lehrer vor einer Grundschulklasse steht, sorgen für einen Groove, der vom ersten Moment überzeugt. Songs wie „Wolken ziehen“, „Zu Haus“ und „Wie ein Wal“ stammen aus eigener Feder und sprechen durchaus poetische und tiefgründige Themen an, wäre da nicht der rockige Sound, der auf Feten jeglicher Art als Stimmungsmacher sehr beliebt ist.

Sie singen „Von unserem Glück“, und dass alles so einfach sein könnte, spielen sich gegenseitig zu und haben einfach Spaß daran, auf der Bühne zu stehen. Mühelos gelingt es der Band, das Publikum für sich einzunehmen und obwohl der Saal mit etwa 70 Leuten nicht gerade voll besetzt war, wurde so großzügig applaudiert, als wären doppelt so viele da.„Opas Stube?“ Wie kommt man auf so einen Namen? „Ganz einfach“, erklärt Pianoman Mathias Hemprich, „es ist immer schwer für eine Band, geeignete Probenräume zu finden und zu behalten, wegen Lärm und so. Als der Opa eines unserer Mitglieder starb, haben wir in Kirchlinteln seine Wohnung übernommen. Wir haben alles so gelassen, wie es war. Das Sofa, die Stehlampe den Teppich, selbst seine Brille steckt noch im Futteral. Der Name ist abgefahren, aber treffend für uns und überaus einprägsam, wie unsere Musik auch.“

Sympathische Stubenrocker

Weser Kurier            28.10.2016         Dominik Albrecht

Verden/Kirchlinteln. Einmal die Woche treffen sich fünf „Nordrocker“ in einer beschaulichen Stube in Kirchlinteln. Genauer gesagt in Opas Stube.

Die gleichnamige Musikgruppe hat sich hier nach eigener Aussage wohlgefühlt und Geschichten gelauscht. Aber erst eine Generation später verstehen sie, worum es in den Geschichten ging. „Es ist dasselbe, was uns auch heute umtreibt“, sagt die Band. Aktuell bereiten sie sich auf den anstehenden Auftritt an diesem Freitagabend um 20.30 Uhr im Kult an der Stadthalle Verden vor.
Obwohl sich die Bandmitglieder schon länger, teilweise aus der Jugend, kennen, gibt es Opas Stube in dieser Besetzung erst seit knapp einem Jahr. Die Frage nach der Herkunft des Bandnamens erübrigt sich, sobald man einen Fuß in den Probenraum setzt. Altdeutsche Möbel, Teppiche und Lampenschirme wohin man blickt. „Die Glühbirnen dürfen wir nach EU-Norm bestimmt gar nicht mehr nutzen“, rundet Bassist Arnd Baeslack den Überblick der urigen Einrichtung ab. Dies war das Zimmer von Opa Vöge, welches Andreas Vöge nach dessen Ableben „übernommen“ hat. „Das Zimmer ist ein Museum, hier wurde nichts verändert“, erzählt Andreas Vöge. Na gut, etwas hat sich schon verändert: die Technik. Mischpulte, Kabel und Instrumente bilden einen starken Kontrast zur sonst stehen gebliebenen Zeit. Für die Band aber ein idealer Probenraum. „Die Akustik ist gerade wegen der schallschluckenden Einrichtung richtig gut“, verteidigt Matthias Hemprich unter zustimmendem Nicken das urige Zimmer.

Die im Erdgeschoss wohnende Mutter von Andreas Vöge freut sich über die wöchentlichen Sessions, ist sogar „heilfroh, dass hier auch mal etwas los ist“, versichert Matthias Hemprich. „Und nicht nur die. Die Wohnung ist fantastisch gedämmt, sodass die Nachbarn kräftig mithören können“, geben die Musiker zu. Klagen hat es aber noch nie gegeben, und die Polizei war auch noch nicht da. „Die hätten wir aber auch nicht gehört“, schließt sich die nächste Spitze an.
Für Hemprich bedeutet Opas Stube den Quereinstieg in die Musik. „Ich habe Klavier gelernt – vom fünften bis zum sechsten Lebensjahr“, erzählt der Pianist der Gruppe und lacht. Der Mangel an jahrelanger Bühnenerfahrung wird aber durch das gute Miteinander wieder wett gemacht – ohnehin das A und O für die Stubenrocker. „Wir sind fast alle im gleichen Alter, wohnen dicht beieinander und auch musikalisch sind wir alle auf einem Nenner“, zählt Sänger Henning Feyen die Gemeinsamkeiten auf.
Anlass für die Bandgründung war der Anreiz, etwas eigenes zu kreieren. „Wir wollten nichts covern. Henning schreibt die Lieder, wir arbeiten das zusammen aus und komponieren“, skizziert Arnd Baeslack das Prozedere. Innerhalb eines Jahres entstanden 20 Songs. Arbeiten an einem Album sollen ebenfalls anstehen, dafür wird aber noch ein Sponsor für die Album-Aufnahmen gesucht. Und auch sonst könnte das Quintett nicht zufriedener sein. Jeden Monat stehen sie aktuell auf einer anderen Bühne. „Das war auch unser Ziel, weil es uns einfach anspornt“, erklärt Sänger Henning Feyen. Eine Entwicklung, die sich die Nordrocker erhofft hatten. „Nach den Proben habe ich schon gemerkt, dass die Musik Spaß macht. Da merkt man auch schon, dass der Funke zum Publikum überspringt“, zeigt sich Gitarrist Stefan Krecher selbstbewusst.
Jeder bringt seine eigenen Musik-Einflüsse mit. Heraus kommt elektro-akustischer Nordrock, wie sie grob beschreiben. Die Texte drehen sich um alles, „was einen 40-Jährigen bewegt“, erzählen die Mitglieder. „Hauptthemen sind Liebe und das Meer“, beginnt Henning Feyen. Als gebürtiger Ostfriese eine Ehrensache. Die Songs profitieren von den unterschiedlichen Musik- und Instrumentenvorlieben der Mitglieder und bieten somit einen Querschnitt aus Singer/Songwriter-Stücken gepaart mit rockigen, aber auch ruhigen Passagen.
Einen Dank schicken Opas Stube an Jeanette Atherton, der Initiatorin der Open Stage. „Wir sind auf der zweiten Open Stage Verden aufgetreten und haben positives Feedback bekommen, woraus neue Auftritte entstanden sind“, erklärt Arnd Baeslack. Die entspannte Stimmung und den Spaß aus Opas Stube möchte die Band auch am 28. Oktober ins Kult Verden bringen. Besucher sollen sich auf einen abwechslungsreichen Abend freuen können. Für das passende Ambiente sorgt das Mobiliar aus dem Probenraum, welches stets mit auf Tour geht. Eine Lampe – umgebaut zum Gitarrenständer – und Hüte waren nur zwei der Requisiten aus der guten Stube. „Cool wäre es, das Zimmer mal zu fotografieren und mittels Beamer als Hintergrund auf die Bühne zu werfen“, träumt Arnd Baeslack.
Karten für den Auftritt gibt es an der Abendkasse für 5 Euro, für Mitglieder des Vereins Verdener Jazz-und-Blues-Tage ist der Eintritt frei. Der Einlass beginnt um 20 Uhr. Infos zur Band und eine Liste der Auftritte gibt es auch auf

www.opas-stube.rocks